Das schrecklich schreckhafte Schreckgespenst
Hoch auf dem Hügel in der Burgruine lebte einmal ein Schreckgespenst. Das ist jede Nacht durch die Gänge gehuscht und hat dabei ganz furchtbar unheimlich mit seiner Gespensterkette gerasselt. Und wenn sich einmal jemand des Nachts in die Ruine verirrt hat war es ein großer Spass für das Schreckgespenst den nächtlichen Besucher so doll zu erschrecken, das er seine Beine in die Hand nahm und so schnell er konnte das weite suchte. Da hat das Gespenst dann immer ganz doll gelacht.
Eines Nachts jedoch da zog ein Gewitter auf. Als nun das Schreckgespenst auf seiner Spuktour durch die Burg war, da wurde es ihm ein wenig mulmig. Denn vor Gewittern hatte es ein wenig Angst. Um sich Mut zu machen rasselte es immer doller mit seiner Gespensterkette. Doch plötzlich, kawöm, Schlug der Blitz ein. Und als ob das nicht genug des Schreckens wäre, so konnte das Schreckgespenst ein gar furchtbares schauriges Spukgespenst am Ende des Ganges sehen, das wild mit seiner Kette rasselte und die Lakenarme in die Luft warf! Wie vom Blitz getroffen ergriff das Schreckgespenst so schnell es konnte die Flucht. Es schwebte so schnell es konnte den langen Gang in Richtung Bibliothek entlang, huschte durch die alte, dicke Holztür und atmete tief durch.
Kawöm, und erneut schlug der Blitz ein! Vor Schrecken rasselte das Schreckgespenst ganz wild mit der Rasselkette. Und da war auch wieder das Spukgespenst, wilder als zuvor rasselte es diesmal mit seiner Spukkette und riss dabei den Mund weit auf!
Und so schnell es konnte floh das Schreckgespenst auch diesmal ohne zurück zu schauen vor seinem dunklen Verfolger. In der Eile verlor es aber seine Gespensterkette und bemerkte dies erst, als es bereits in der Alten Küche angekommen war.
Da bekam das Schreckgespenst noch mehr Angst. Und als der Blitz mit einem lauten krachen erneut einschlug, da konnte es nicht mehr weglaufen, so starr vor Angst war es.
Da war es wieder, das gruselige Spukgespenst! Es hob seine Arme hoch und wollte gerade mit seiner Rasselkette rasseln, als dem Schreckgespenst auffiel das es seine ebenfalls verloren hatte. Und als der Blitz nicht mehr zu sehen war, so war auch das Spukgespenst verschwunden. Vor Erleichterung seufzend glitt es zu Boden. Ganz erleichtert war es, denn jetzt wurde ihm klar, das es vor seinem eigenen Schatten davon gelaufen war.
Später einmal erzählte das Schreckgespenst diese Geschichte seinem Onkel, der aus Schottland zu Besuch gekommen war. Doch der schüttelte nur den Kopf. “Wie jeder weiß gibt es doch gar keine Spukgespenster, mein Junge.” Dann lachten sie beide ganz herzhaft und schwebten weiter durch die Burg.